morgen. | Grafik, Raum, Kommunikation

Gute Aussichten. 2020

Im Sommer 2020 wird weiter gedacht: Die bereits 2019 entstandene mobile Platzbespielung aus ausgedienten Einkaufswagen wird erweitert – findet einen Gegenpol in der Installation »Gute Aussichten«.

Die Idee
Aufsteigen um runterzukommen – wir machen den abweisenden Sockel der Hauptkirche St. Petri durch ein gehacktes Kleiderstangen-Rohrsytem sitzbar: Leitern laden zum Entspannen auf neuer Ebene ein, sie spornen an und motivieren zum bequemen Perspektivwechsel. Ein konsumfreier Ruheort direkt an einer der Haupteinkaufsstraßen Hamburgs entsteht. Wir ermöglichen Gemeinschaft und maßvolles Zusammenkommen durch modulare Konstruktionen, die auf die verschiedenen Höhen einer abschirmenden Mauer neue An- und Einsichten über dem konsumorientierten Treiben der Mönckebergstraße ermöglichen. Auf jeweils 1 Meter breiten Hoch-Sitzen finden maximal 2 Menschen gemeinsam Platz. Aus der Ferne betrachtet wirken die Sitzmöglichkeiten wie kleine und erhabene Oasen der Ruhe. »Gute Aussichten« eröffnet ein Spannungsfeld mit Aufenthaltsqualität, das zwischen Kirche und Konsum Gemeinschaft stiftet.

Die Umsetzung
Die Installation setzt sich aus unterschiedlichen umgenutzten, recycelten und aufgewerteten Materialien und Objekten zusammen. Uns ist einerseits ein verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen wichtig. Andererseits werden durch das Upcycling von Kleiderstangensystemen und Kirchenbänken inhaltliche Bezüge geknüpft. Darüber hinaus legen wir Wert darauf, lokale Unternehmen einzubeziehen. Wir möchten die Strukturen vor Ort nutzen und Akteur*innen durch die Umsetzung vernetzen. Bequeme Sitzflächen werden durch Grün- sowie Gartenflächen, aber auch Kommunikationsflächen ergänzt.So rückt Aufenthaltsqualität auf eine bisher unbeachtete wie unnutzbare Mauer. Ein entschleunigter Beobachtungsraum über die scheinbar vorbei fließenden Konsum-Ströme entsteht.
Kleiderstangen-Rohre ermöglichen den Zugang zur Sitzfläche und bilden dieGrundstruktur.
Sitzflächen entstehen weitestgehend durch das Um- und Aufarbeiten von Altholz. Diese Elemente machen die Mauer sitzbar und erweitern sie, damit das vorhandene Geländer als Lehne umgenutzt werden kann.
Umgenutzte und - genähte Werbebanner umhüllen die bestehenden Geländerstangen, sie schaffen Fläche zum Zurücklehnen. Grün- und Gartenflächen greifen das bisher nur sporadisch bestehende Grün in der Innenstadt auf. Sie erweitern dieses und bringen somit unerwartetes Grün in das graue, steinige Umfeld.
Die Installation hebt sich nicht nur durch die Formgebung und den ungewöhnliche Ort visuell aus seiner Umgebung hervor, sondern auch durch einen gezielten grünen Farbeinsatz, der die hervorstechenden Kupferdächer von St. Petri und die Sitzgelegenheiten auf der Rückseite der Kirche aufgreift.

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Planungs- und Realisierungszeitraum
2020

Leistungen
Konzeption, Gestaltung, Projektmanagement, Ausführungsplanung,
Produktionsbetreuung, Inszenierung

Visualisierungen und Fotografien 

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