Two Ports – One World

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Eine Wanderausstellung zwischen Hamburg und Dar es Salaam

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Der Hamburger Hafen ist seit Jahren ein bedeutsamer Ort für den Im- und Export der Hansestadt Hamburg und Dar es Salaam. Ein Ort, an dem seit 2010 eine einzigartige Verbindung zwischen diesen beiden Städten heranwächst. Die ersten Assoziationen an diesen Orten sind vom Hafen geprägt, dies führt dazu, dass andere Blickwinkel auf unsere Tore zur Welt kaum beachtet werden.

Die Ausstellung »Two Ports. One World.« ist ein Experiment. Ein erster Versuch des Deutschen Hafenmuseums, sich mit Akteur*innen in Dar es Salaam zu vernetzen und die Perspektiven junger Menschen auf Hafen zu präsentieren. Aus unterschiedlichen Blickwinkeln soll erzählt werden, denn der Hafen vereint vieles: Technik, Arbeit, Migration und Waren. Hafen ist ein Ort der Sehnsucht, aber auch der Aus- und Abgrenzung. Hafen verbindet die Welt und ist eine Kraftmaschine der Globalisierung.

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Two Ports – One World

Das Deutsche Hafenmuseum entsteht gerade in Hamburg, in Deutschlands größter Hafenstadt. Es hat noch keinen Ort, aber es macht schon Programm. Dabei dreht sich alles um die Frage »Was ist Hafen und was hat er mit jedem Einzelnen von uns zu tun?« Im zukünftigen Deutschen Hafenmuseum soll der Raum Hafen aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet werden. Es werden unterschiedliche Themenfelder, wie Technik, Arbeit, Migration und Warenverkehr gezeigt. Der Hafen ist Ort der Sehnsucht, ein zentraler Knotenpunkt der Globalisierung, aber auch ein Ort der Aus- und Abgrenzung. Für die Feierlichkeiten im Rahmen des zehnjährigen Jubiläums der Städtepartnerschaft Hamburg – Dar es Salaam haben wir die Fotoausstellung »Two Ports. One World« mit Fotografen und Jugendlichen beider Städte entwickelt.
Die Ausstellung, die zwischen dem 03. Juni bis 17. August 2020 stattfand, ist ein erster Versuch Partner aus anderen Hafenstädten mit Hamburg zu vernetzen. Ziel ist es dabei, die Perspektive junger Menschen auf den Hafen und seiner Rolle in der Gegenwart zu präsentieren. Zwischen der Hansestadt Hamburg und Dar es Salaam, dem wirtschaftlichen und kulturellen Zentrum Tansanias, besteht seit zehn Jahren eine Städtepartnerschaft, die zugleich die einzige auf dem afrikanischen Kontinent ist.
Zur Thematik »Wasser verbindet die Menschen der Welt« haben Schülerinnen und Schüler aus Hamburg und Dar es Salaam durch die Kameralinse ihre Stadt und ihre nähere Umgebung erkundet. An der Stadtteilschule Wilhelmsburg konnten Schüler*innen der Jahrgänge sechs und acht sich im Rahmen von Projekt­wochen aktiv mit den Themen der Foto­ausstellung befassen und Fotos aus ihrer Sicht erstellen. Mit langjähriger Expertise im Bereich der kulturellen Bildung als auch der Fotografie setzte GENETY das Vorhaben inhaltlich und organisatorisch mit 45 Hamburger Jugendlichen um. Der renommierte Hamburger Fotograf Patrick Miller schulte mit seinen beiden Kollegen, Imani Selemani Nsamila und Caio Jacques, die Jugendlichen und begleitete sie fotografisch. Dadurch war es den Schüler*innen möglich, ihre neu erworbenen Fotokenntnisse, verbunden mit ihrer Kreativität praxisorientiert auf professionellem Niveau auszuleben. In Dar es Salaam hingegen hielten 14-jährige Schüler*innen der Benjamin W. Mkapa Secondary School ihre nähere Umgebung fotografisch fest. Dort gestaltet sich der Prozess etwas schwieriger, da die Schüler*innen nicht über fotografische Vorerfahrung verfügten. Die Erstellung von Fotografien und Texten hat sich deshalb über einen längeren Zeitraum hingezogen. Wir haben in Hamburg über bestehende Kontakte zu verschiedenen Netzwerken und privaten Spendern insgesamt 14 gebrauchte Digitalkameras beschafft, die für das Vorhaben mit der Benjamin William Mkapa Secondary School eingesetzt werden konnten. Mit dem neuen Wissen bekamen die Jugendlichen eine Anleitung, wie sie ihre Heimatstadt aus einem anderen Blickwinkel betrachten konnten.
Beide Schülergruppen haben sich bei der fotografischen Erkundung ihrer Stadt an vorher vereinbarten Schlagworten orientiert: Bei den Hamburger Schülerinnen und Schülern spielten vor allem Begriffe wie »Wasser, Hafen und Fischmarkt« eine Rolle, während bei den Jugendlichen in Dar es Salaam Begriffe wie »Akrobatik, Tanz und Straßenkinder« im Vordergrund standen. Beide Gruppen haben sich darüber hinaus mit markanten Bauwerken ihrer Heimatstädte beschäftigt, wie der Köhlbrandbrücke in Hamburg und ihrem tansanischen Pendant, der Julius-Nyerere-Brücke.
Dieses Projekt wird auf verschiedenen Ebenen zukünftig fortgesetzt. So ist im nächsten Jahr die Reise einer Hamburger Delegation im Rahmen der Jubiläums-Feierlichkeiten der Städtepartnerschaft nach Dar es Salaam geplant. Die Stadtteilschule Wilhelmsburg, als auch das im Aufbau befindliche Deutsche Hafenmuseum und das Hafenmuseum Hamburg streben eine Kooperation mit der Benjamin William Mkappa Secondary School und mit dem National Museum und dem DARCH (Dar es Salaam Centre for Architectural Heritage) an. Gemeinsam wurde ein Memorandum of Understanding formuliert, das nun von den verschiedenen Beteiligten diskutiert und in der Umsetzung beschlos­sen werden soll, sodass das Fotoprojekt zu einem sichtbaren Auftakt für die potenzielle Kooperation werden kann.

2020

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