morgen. | Grafik, Raum, Kommunikation

Grüne Welle. 2020

Die derzeit beispiellosen Umstände und Einschränkungen durch die Coronakrise machen die Sehnsucht nach dem Sommer 2020 – nach behutsamer Gemeinschaft und Öffentlichkeit – besonders groß. Ein appellierendes Jahr als Ausgangspunkt für ein Umdenken und Einschlagen neuer Wege in der Welt.

Wie beweglich sind Wege? Wo fängt eine Straße an, wo hört sie auf? Woher kommen wir und wohin gehen wir? Welchen Raum nimmt Verkehr ein?

Wir nutzen Straßen um: Aus ausrangierten Baustraßen entstehen spielerische Sitzgelegenheiten und grüne Oasen. Wir begreifen Wege als bewegliche Konstrukte und animieren zu behutsamer Bewegung. Wir begrünen Straße, wir machen Plätze sitzbar und in Ruhe genießbar.

Der Vorplatz der St. Jacobi Kirche eröffnet sich zwischen einer Haupteinkaufs- und einer Hauptverkehrsstraßen Hamburgs – zwischen Mönckebergstraße und Steinstraße. Zwei Straßen, die nicht nur die am Jacobikirchhof gelegene Querstraße durch Baumaßnahmen und Verkehr prägen, sondern gleichermaßen die des historischen, aber kaum wahrnehmbaren Kirchplatzes. Ein unentschiedener Stadtraum der nicht Straße nicht Platz ist, dessen Potential wir von Durchgangsraum zu bedenkenlosen aber gedankenvollen Aufenthaltsraum transformieren.

Schwungvoll aufgebogene Baustraßen ermöglichen neue Raumnutzungen auf dem Platz, greifen die Formensprache der Jacobi-Kirche auf und übertragen die Gestalt des einzigen vorhandenen Sitzmöbels in die Vertikale. Die Intervention schafft neue Raumerfahrungen mit »Straßen«. Straßen bedeuten Verbindung und Raum, dessen Nutzung und Umgang vielen Menschen im gewohnten Alltag untergeht. Sie erlauben Mobilität, aber schaffen Verkehr. Sie fragmentieren Stadt- wie Naturlandschaften. Sie eröffnen Wege. Wege die in der installativen Platzbespielung wahrnehmbar und erfahrbar werden.

Mehr als Straßenbegleitgrün
(Bau-)Straßen können zu Wiegen für köstliches Stadtgrün werden: Wir entwickeln Hochbeet-artige Gebilde, die bunt bepflanzt Grün ins Grau bringen und Urban Gardening ermöglichen.

Baustraßen statt Bau von Straßen
Baustraßen ermöglichen die Zu- und abfahrt zu Baustellen, sie ebnen den Weg für Neues aber auch für Bau- und Abbruchabfälle, die nach wie vor noch das größte Volumen an Abfallaufkommen verursachen. Uns ist es wichtig nicht nur positive Handlungsoptionen aufzuzeigen, sondern auch selbst einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen im Projekt zu pflegen. Die Installation setzt sich aus unterschiedlichen umgenutzten, recycelten und aufgewerteten Materialien und Objekten zusammen und schafft über diese thematisch Bezüge.

Die Installation »Grüne Welle« lädt auf dem Jacobi-Vorplatz zum leichtfüßigen »Weg-Genuss« – bildet den Rahmen für Erfahrungen, Wahrnehmungen und Begegnungen.
Auf die Plätze – auf die Straßen, denn unter der Straße liegt der Strand.

MRG_200516_Webseitenbilder_1200x800px_ADP
MRG_200516_Webseitenbilder_1200x800px_ADP2
MRG_200516_Webseitenbilder_1200x800px_ADP3

Planungs- und Realisierungszeitraum
2020

Leistungen
Konzeption, Gestaltung, Projektmanagement, Ausführungsplanung,
Produktionsbetreuung, Inszenierung

Visualisierungen und Fotografien 
Martha Starke

Facebook | Instagram | Vimeo
nachricht@morgen.jetzt
+49 (0)40 22 86 23 93

Impressum