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Die Gläserei. 2020

Die jüngste Geschichte
Die Coronakrise trifft alle Schichten unserer Gesellschaft, aber es sind die Schwächsten, welche am stärksten darunter leiden. So müssen Schüler*innen aus bedürftigen Familien, die in gesunden Zeiten ein kostenloses Mittagessen in ihrer Schule erhalten, nun versuchen daheim mit leerem Bauch zu lernen. Die Herausforderungen unterschieden sich von Schule zu Schule. Vor allem in einem Stadtteil, wie Hamburg Wilhelmsburg in dem viele Kinder in äußerst prekären Situationen leben, musste gehandelt werden. Ein hoher Anteil an Haushalten hat gar kein digitales Endgerät auf dem Hausaufgaben empfangen und erledigt werden können, viele haben sogar Probleme ihre Kinder ausreichend mit Nahrungsmitteln zu versorgen. Wir erfuhren von Eltern, die sich an die Stadtteilschule Wilhelmsburg wandten und um Hilfe baten, wir erfuhren aber auch von Kindern zu denen die Lehrer*innen keinen Kontakt mehr herstellen konnten. Es war klar, dass etwas getan werden musste.

In dieser komplexen Gemengelage entstand als nachhaltig leckeres Konzept DIE GLÄSEREI. Die Idee: Frisch gekochtes Essen kommt nicht nur ins Glas sondern mit den Hausaufgaben direkt zu denjenigen Schüler*innen nach Hause, bei denen klar ist, dass sie unter der Armutsgrenze leben. Um keinen unnötigen Abfall zu erzeugen, sollte alles im Glas sein. Innerhalb von drei Tagen wurde die Idee in die Tat umgesetzt. Es fanden sich über 30 freiwillige Helfer*innen, um 380 sozialschwachen Familien unter die Arme zu greifen. Die Firma »morgen.« kümmerte sich um Kommunikation und Gestaltung digitaler und analoger Medien, »Hirn und Wanst um die Koordination der Helfer*innen und Lernmaterialien (von Grundschule bis Oberstufe), die »Kaffeeklappe gGmbH« und die »Passage gGmbH« kümmerten sich um gefüllte Gläser und der Koordinator Jan Martin Ahlers um Lebensmittelspenden und Logistik. So werden seit Anfang April täglich 380 Haushalte mit Essen und Lernmaterial versorgt.
Im Zuge der medialen Berichterstattung meldeten sich auch soziale Träger und Einrichtungen, die sich ebenfalls für ihre Klienten ein gesundes Essen wünschten. So wurde das ursprüngliche Konzept schon erweitert.


Die neue Unternehmung
Die Zusammenarbeit ist derartig befruchtend, dass die Beteiligten sich dazu entschlossen ein Social Startup zu gründen: DIE GLÄSEREI. Gutes Essen im Glas für alle.

So sind Kontakte zu Firmen hergestellt, die ebenfalls das Problem haben ihre Mitarbeiter*innen im Homeoffice bzw. vor Ort mit Mittagessen zu versorgen. Es wurde experimentiert und gekocht, ausgefahren und getestet und für hervorragend befunden.

Von jedem Glas, das verkauft wird, fließt mindestens ein Euro in ein Essen für sozialschwache Familien oder wohnungslose Menschen. Und da es den Machern auch um die Rettung und Wertschätzung der Lebensmittel geht, werden Zutaten verarbeitet, die möglichst aus der Region stammen oder die auf dem normalen Markt keine Chance hätten, weil sie nicht der Norm entsprechen.

DIE GLÄSEREI hat ihre Mission gefunden, einerseits hochwertigen Inhalt und andererseits sozialen Mehrwert.
Ein Preisgeld wäre hier eine Willkommene Gelegenheit, um den Glasbestand weiter aufzustocken oder eine Lastenradflotte aufzubauen mit der das Glas umweltfreundlich sein Ziel erreicht.
Wir denken: Ob Krise oder nicht, Gutes im Glas mit sozialen Zweck ist immer notwendig!

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Planungs- und Realisierungszeitraum
2020

Leistungen
Konzeption, Gestaltung, Projektmanagement, Ausführungsplanung,
Produktionsbetreuung, Inszenierung

Fotografien

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